| PRESSE |
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Auch Computerumgang erfüllt eine
pädagogische Aufgabe
Die
Jugendarbeit bei breakout ist werteorientiert. Grundwerte wie Akzeptanz und
Toleranz, sowie Konfliktfähigkeit und Lernbereitschaft stehen dabei ganz oben
auf der Liste. Hat ein Jugendlicher mal Mist gebaut, werden pädagogische
Strafen verhängt. Zum Beispiel darf er dann für zwei Wochen den Computer nicht
benutzen.
Das
Projekt breakout hat Glück. Durch die breite Unterstützung aus der
Nachbarschaft und von der Kirche nebenan, bringt es schon eine ideale
Vorraussetzung mit.
20
Ehrenamtliche arbeiten derzeit regelmäßig mit. Henrik Rödl, Kapitän von Alba Berlin, gehört ebenfalls zu den Unterstützern des Projekts. Er hat den Kindern zehn Basketbälle mitgebracht. „Fünf für die vergangenen Jahre und fünf für die zukünftigen.“ Aus der Mannschaft ist er den Umgang mit unterschiedlichen Nationalitäten gewöhnt. „Beim Basketball kommt es nicht darauf an wie einer aussieht oder ob er anders denkt. Da muss der Ball einfach da oben rein.“
Berliner
Abendblatt, 14.01.2004
Computer zum Geburtstag
„Kiezbreakout“
erhält Großspende von Hewlett Packard
Insgesamt
sechs neue Computerarbeitzsplätze sind es, die seit vergangener Woche ihren
Platz in den Räumen des Nachbarschaftszentrums „breakout“ in der Bergmannstraße
gefunden haben. Außerdem gab es den dazugehörigen Drucker, Laptop, Scanner und
eine Digitalcamera. Alles gespendet von Hewlett Packard. Der Gesamtwert dieses
riesigen Packets liegt bei etwa 20.000 Euro.
Projekt startete 1998
Die
Großspende kam pünktlich zum fünften Geburtstag des „breakout“, das 1998 als
Anlaufstelle für die Probleme im Bergmannkiez startete. Seitdem ist daraus ein
Zentrum mit Aktivitäten entstanden, die von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern
gestaltet werden. Mit Sozialsprechstunden, Hilfe bei der Jobsuche, dem
Treffpunkt „Nachtcafé“ und nicht zuletzt auch integrativer Kinder- und
Jugendarbeit. 40 bis 50 Kinder, gerade aus Migrantenfamilien, nutzen das
Angebot zur Schularbeitshilfe, können sich kreativ ausprobieren, lernen Deutsch
und Medienkompetenz. Vor allem für letzteres bedeuten neue Computer einen
entscheidenen Fortschritt.
Neben
diesen konkreten Hilfen ist „breakout“-Leiter Rainer Schacke aber vor allem Eines
wichtig: „Wir wollen eine wertorientierte Jugendarbeit vermitteln. Aktzeptanz,
Toleranz, Eigenverantwortung, Konfliktfähigkeit und Lernbereitschaft sind die
Grundpfeiler.“ Das alles hat auch den Leuten von Hewlett Packard imponiert.
„Mit großem Einsatz und mit knappen Mitteln wird hier Bürgerengagement gelebt.
Und damit liegt das Ganze auf der Linie unseres Philantrop-Programms, so Petra
Sommerfeld, die Beauftragte des Hewlett Packard Charity-Komitees.
Ideelle Rückendeckung
Auch über
diese Spende hinaus ist die Arbeit von „breakout“ für das nächste Jahr
gesichert. So zumindest die Aussage des evangelischen Trägervereins, der
zusammen mit einer Kirchengemeinde Träger dieser vorbildlichen Einrichtung ist.
Außerdem mangelt es auch nicht an ideeller Unterstützung. Denn neben
Bürgermeisterin Cornelia Reinauer (PDS) und dem berliner Migrationsbeauftragten
Günter Piening macht sich vor allem auch ALBA-Basketballer Henryk Rödel für die
dortige Arbeit stark. Dem Basketballer gefällt dabei besonders der
wertorientierte Ansatz und das gemeinsame Ziel einer besseren Integration in
unserer Gesellschaft. „Das ist hier so ähnlich wie in meinem Sport. Da fragst
du auch nicht, woher einer kommt, sondern willst, dass er den Ball in den Korb
wirft.“
Berliner Woche, 10.12.2003
Alba-Star half Jugendprojekt
Autogramme
von Rödl und PCs für fünf Jahre „breakout“
So ein
Geburtstagsgeschenk hätten viele gern auf dem Gabentisch – für das Kreuzberger
Integrationsprojekt „breakout“ erfüllte sich der Wunsch: Die Einrichtung an der
Kreuzberger Kulturmeile Bergmannstrasse bekam zum fünften Geburtstag eine
PC-Anlage im Wert von 20.000 Euro, gestiftet von der Firma Hewlett-Packard. Die
Jugendlichen freuten sich aber auch über Autogramme von Alba-Spieler Henrik Rödl und von
Praxis-Bülowbogen-Darsteller Holger
Handtke – sie kamen als Überraschungsgäste beim Diakonie-Projekt vorbei.
Jetzt können die zumeist türkisch- und arabischstämmige Kinder an neuen
Bildschirmen auf der Projekt-Site im Internet surfen: www.cafebreakout.de.
Tagesspiegel, 09.12.2003
Fünf Jahre Jugendprojekt „breakout“
Das
Kreuzberger Jugendprojekt „breakout“ hat jetzt sein fünfjähriges Bestehen
gefeiert. In dem Kinder- und Jugendcafé werden neben Computerworkshops und
Internetzugang auch Hausarbeitenhilfe und soziale Beratung angeboten, sagte ein
Sprecher. Bis zu 50 hauptsächlich türkisch- und arabischstämige Jugendliche
besuchen die diakonische Einrichtung. Die Internet-Nutzer müssen sich ihre
Freistunden am PC duch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Auch für die Eltern
wird Deutschunterricht angeboten. Aktionstage und Ferienprogramme ergänzen das
Projekt von „breakout“. Zwei Sozialarbeiter-innen und ein ehrenamtlicher Diakon
betreuen das Projekt.
Durch die Spende eines Computerherstellers kann „breakout“
mit einem neunen Computernetzwerk im Wert von 20 000 Euro arbeiten. Die Firma
Hewlett Parkard lobte das Projekt als „sehr gutes Beispiel für integrative
Basisarbeit unter türkischen und arabischen Jugendlichen“.
Berliner Morgenpost, 08.12.2003
Kreuzberger Jugendprojekt wird
fünf
Das
Kreuzberger Jugendprojekt „breakout“ hat am Donnerstag sein fünfjähriges
Bestehen gefeiert. In dem Kinder- und Jugendcafé werden neben Computerworkshops
und Internetzugang auch Hausarbeitenhilfen und soziale Beratung angeboten,
sagte ein Sprecher. Bis zu 50 hauptsächlich türkisch- und arabischstämmige
Jugendliche besuchen die diakonische Einrichtung. Die Internet-Nutzer müssen
sich ihre Freistunden am PC durch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Auch für
die Eltern wird Deutschunterricht angeboten. Regelmäßige Aktionstage und
Ferienprogramme ergänzen das Konzept von „breakout“. Zwei Sozialarbeiterinnen
und ein ehrenamtlicher Diakon betreuen das Projekt. Zu dem Angebot gehört auch
ein Nachtcafé. Durch die Spende eines großen Computerherstellers kann „breakout“
mit einem neuen Computernetzwerk im Wert von
20.000
Euro arbeiten. Die Firma Hewlett Packard lobte das Projekt als „sehr gutes
Beispiel für integrative Basisarbeit unter türkischen und arabischen
Jugendlichen“. Begonnen hatten die ehrenamtlichen Helfer vor fünf Jahren mit
Alt-Computern. Auch Alba-Basketballer Henrik Rödl und Schauspieler Holger
Handtke unterstützt das Kinder- und Jugendcafé.
Sat.1-ONLINE,
04.12.2003
Firmen sponsern Jugendprojekt
Das Jugendprojekt „breakout“ an der Bergmannstrasse begeht dieser Tage sein fünfjähriges Bestehen. In dem Projekt arbeiten zwei Sozialarbeiterinnen, die aus Mitteln des Landes, des Arbeitsamtes sowie aus Spenden mehrerer Firmen bezahlt werden, mit türkischen und arabischen Jugendlichen. Sie lernen dort Deutsch und den Umgang mit Medien, erhalten Hilfe bei den Schularbeiten. Unterstützt wird das Projekt auch von Ehrenamtlichen sowie von einem evangelischem Förderverein. Die Firma Hewlett-Packard spendiert zum Fünfjährigem PC-Technik im Wert von 20 000 Euro.
Berliner Zeitung, 29./30.11.2003
Basketlballer unterstützt
Jugendliche
Der
mehrfache Deutsche Meister und Europameister im Baskettball, Heinrik Rödl (Foto) und der Berliner
Schauspieler Holger Handtke machen
sich stark für eine gute Sache. Gemeinsam mit Lesern unserer Zeitschrift
unterstützen sie das Patenschaftsprojekt „breakout“ der NEUES LEBEN-Redaktion
in Berlin-Kreuzberg. Holger Handtke begrüßt das breakout als „ein klares
Zeichen für das Mit- und Füreinander in unserer Gesellschaft, entgegen allen
anderen Tendenzen. Es wäre wunderbar, wenn es unendlich viele solcher Projekte
geben würde, in denen Nächstenliebe konkret wird.“ Nach Einschätzung von
Hendrik Rödl vermittelt die einrichtung Werte, die in unserer Gesellschaft
längst nicht mehr selbstverständlich seien: „Annahme, Eigenverantwortung,
Toleranz und Respekt vor dem Andersdenkenden“. In dem Jugendcafé werden neben
Computerworshops und Internet-Nutzung auch Hausarbeitenhilfe und soziale
Beratung angeboten. Dreimal in der Woche findet ein Programm für Kinder aus
sozial-schwachen Migrantenfamilien statt. Für deren Eltern werden Deutschkurse
durchgeführt. Auch die jugendlichen Nutzer des Internet-Cafés müssen sich ihre
Freistunden am PC durch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Regelmäßige Aktionstage
und Ferienprogramme ergänzen das Konzept. Während viele soziale Projekte in
Berlin von der Schließung bedroht sind, hat der Computer-Hersteller
Hewlett-Packard den Kreuzberger Stadtteiltreff vor kurzem als Förderprojekt
ausgewählt und mit einem neuen PC-Netzwerk im Wert von 20.000 Euro
ausgestattet. Nach Angaben des Trägers „ist damit der Fortbestand der Arbeit
unter den hauptsächlich türkischen und arabischen Jugendlichen auch in diesem
Jahr gewährleistet“.
NEUES LEBEN 10/03
Basketball-Nationalkapitän und
Computerfirma fördern Jugendprojekt
Christliches
Jugendcafé in Berlin-Kreuzberg gibt jungen Türken eine Chance
Während
viele soziale Projekte in Berlin von der Schließung bedroht sind, ist dem
christlicher Jugendprojekt „breakout“ jetzt unerwarteter Segen zuteilgeworden.
Der Computer-Hersteller Hewlett-Packard hat den Kreuzberger Stadtteiltreff als
Förderprojekt ausgewählt und mit einem Computernetzwerk im Wert von 20.000 Euro
ausgestattet. Wie die zuständige Sozialarbeiterin Christine Schacke mitteilte,
sei damit der Fortbestand der Arbeit unter den hauptsächlich türkischen und
arabischen Jugendlichen weiter gewährleistet. In dem Jugendcafé werden neben
Computerschulung und Internet-Nutzung auch Hausarbeitenhilfe und soziale
Beratung angeboten. Dreimal in der Woche findet zudem ein Programm für Kinder
statt, die in der Regel aus sozial schwachen Ausländerfamilien kommen. Für
deren Eltern werden außerdem Deutschkurse durchgeführt. Die jugendlichen Nutzer
des Internet-Cafés müssen sich nach Angaben des Trägers ihre Freistunden am
Computer durch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Zu den prominenten
Unterstützern des Projekts zählt der Kapitäin der Basketball-Nationalmanschaft
und des deutschen Meisters Alba Berlin, Henrik Rödl. Nach seiner Einschätzung
vermittelt die Einrichtung Werte, die längst nicht mehr selbstverständlich seien:
Annahme, Eigenverantwortung, Toleranz und Respekt vor dem Andersdenkenden. Auch
der Fernsehschauspieler Holger Handtke (Praxis Bülowbogen, Tatort) steht hinter
der Arbeit: „Es wäre wunderbar, wenn es unendlich viele solcher Projekte geben
würde, in denen Nächstenliebe konkret wird.“ Träger des Jugendprojektes ist der
gemeinnützige Verein Neues Leben Medien.
Idea,
28.08.2003 --------------------------------------------------------------- INTERVIEW
Die Kinder rennen uns die Bude ein
Sozialarbeiterin
Tanja Manthey erlebt großen Andrang im Patenschaftsprojekt der NEUES
LEBEN-Leser
Tanja Manthey
ist Sozialarbeiterin im Café „breakout“, dem Patenschaftsprojekt der NEUES
LEBEN-Leser in Berlin. Im Gespräch über ihre Arbeit, christliche Werte und interkulturelle
Familienfehden wird klar: Nicht nur die Kinder des Multikulti-Viertels
Kreuzberg brauchen das sozialdiakonische Café mehr denn je.
Neues Leben: Frau Manthey, wie kann man sich den Beginn eines Tags
im Kinder- und Jugendcafé „breakout“ vorstellen?
Manthey: Für die Kids
beginnt die „breakout“-Woche montags nach der Schule. Dann findet ab 15 Uhr
eine Hausaufgabenbetreuung mit drei ehrenamtlichen Helfern statt. Meist warten
die arabisch- und türkischstämmigen Kinder aber schon einige Zeit vorher mit
ihrem Rucksack und den Schulsachen vor der Tür. So wie letztens: Da waren viele
schon eine Stunde früher da, klopften immer wieder an die Scheibe und riefen: „Wir
wollen rein!“ Die Abmachung lautet aber, dass wir pünktlich öffnen. Für uns
Mitarbeiter war es herzzerreißend zu sehen, wie die Jungs und Mädchen versucht
haben, uns zu bezirzen, z. B. durch gesungene Lieder, die wir ihnen beigebracht
haben. Man merkt einfach, der Bezug zu uns ist groß. Wir kommen kaum hinterher,
das alles abzudecken.
Neues Leben: Welche Angebote gibt es denn?
Manthey: Neben der
Hausaufgabenbetreuung und unseren PC-Angeboten gibt es auch eine Mädchengruppe.
Da reden wir viel mit den Teenies über ihre Probleme, spielen und singen Lieder.
Außerdem haben wir noch eine Gruppe mit Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren.
Neues Leben: Können Sie ein Beispiel geben, wir Sie in der
Arbeit christliche Werte transparent machen?
Manthey: Vor einiger
Zeit waren eine türkische und eine direkt benachbarte arabischstämmige Familie
miteinander verfeindet. Ihre Kinder kamen im Café zusammen, durften aber von zu
Hause aus nicht miteinander spielen. Die Eltern sprachen nicht mehr miteinander.
Christine Schacke, die jetzt gerade in der Erziehungszeit ist, hat dann
vermittelt und in Gesprächen bei beiden Familien das Thema Vergebung angesprochen.
Sie hat es geschafft, dass die Kinder wieder zusammen spielen durften. Und wenig
später grüßten sich auch wieder die Familien und tauschten zu Festtagen Speisen
aus. Ich finde es bemerkenswert, dass hier eine deutsche Sozialarbeiterin und
Christin zwischen Familien mit Migrationshintergrund vermitteln konnte.
Neues Leben: Ein aktuelles Stichwort ist ja Integration. Wie
funktioniert diese im „breakout“?
Manthey: Für mich
funktioniert Integration im „breakout“ deshalb, weil wir eine christliche
Einrichtung sind, und das auch klar nach außen kommunizieren. Die arabisch- wie
türkischstämmigen und halbdeutschen Kinder kommen trotzdem. Es ist sogar schon
passiert, dass Kinder aus dem Nachhilfeunterricht einer Koranschule in unsere Betreuung
gewechselt haben, weil die Kinder sich bei uns wohler fühlten und die Stunden
der deutschen Unterrichtsform angepasster sind. Mich überwältigt dieses
Vertrauen seitens der Eltern. Mit ihnen sind wir auch regelmäßig im Gespräch
und besuchen sie. Wir sitzen dann zusammen, trinken soviel Kaffee, dass wir
nachts nicht mehr schlafen können und essen sehr, sehr süße Dattelbrötchen.
Neues Leben: Sind also die Kinder ein wichtiges Bindeglied zu den
anderen Generationen?
Manthey: Viel Kontakt
passiert über die Kinder. Aber wir rufen auch die Eltern an und sagen, dass wir
vorbeikommen. Das hört sich an, als ob wir uns selbst einladen würden, aber die
Familien sind dafür sehr dankbar. Sie freuen sich riesig, wenn Deutsche sie
besuchen, weil sie sonst dieses Interesse nicht erleben. Integration kann daher
manchmal so einfach sein: Man muss dafür nicht nur groß politisch denken,
sondern einfach die Menschen aufsuchen, dort wo sie leben. Das tun wir eben in
Berlin-Kreuzberg. Aber jeder könnte das.
NEUES LEBEN, 12/07 ---------------------------------------------------------------- REPORTAGEN
Kindern lebendige Hoffnung schenken
Das
Patenschafts-Projekt der NEUES LEBEN-LESER in Berlin-Kreuzberg
Mittwoch,
16.00 Uhr, Berlin-Kreuzberg. In der Bergmannstraße, Kreuzbergs Multikulti-Meile, pulst
das bunte Leben. Einige Jungen orientalischer Herkunft spielen auf dem Gehweg
vor der Kirche. Beim türkischen Gemüsehändler nebenan kaufen Hausfrauen,
Studenten und andere Kiez-Bewohner Tomaten, Bananen oder leckeren Schafskäse.
Im christlichen Stadtteiltreff „breakout“ sitzt Ranja aus der 6b am Fenster und
büffelt Englisch. Gar nicht so leicht für eine Araberin, die sich erst mal in
Deutschland zurechtfinden muss. Die kleine Amani kämpft derweil mit dem
Computer und schimpft. Sie will am Bildschirm ein Haus konstruieren und andere
schöne Dinge entwerfen. Aber das Spielgeld auf dem Computerkonto reicht nicht
aus. „Weißt du wie ich mehr Geld auf mein Konto kriege?“, fragt sie in die
Runde. Ragda, elfjährige Palästinenserin, hilft weiter: „Strg und C drücken,
dann musst du „rose bud“ eingeben.“ Das Spiel-Konto füllt sich wieder, Amani
freut sich. Um sich gleich darauf wieder aufzuregen. „Voll Sch...! Wie komme
ich denn jetzt ins Haus rein?“
„Aller
Anfang ist schwer“, sagt die leitende Sozialarbeiterin Christine Schacke, die
an diesem Tag zehn Mädchen gleichzeitig bei den Schularbeiten und am Computer
im Blick hat. Unterstützt wird sie von Verena, einer MAE-Kraft. Nebenan in den
Räumen der Kirche lernen derweil weitere Kinder und Jugendliche auf zwei Etagen
in der „breakout“-Intensivnachhilfe. Arnold, zweiter Sozialarbeiter im Projekt
und ebenfalls eine Ein-Euro-Fünfzig-Kraft, macht mit arabischen Mädchen Hausaufgaben.
Im Aufenthaltsraum unten kümmert sich Elke, pensionierte Lehrerin, die früher
an einer evangelischen Schule unterrichtet hat, um eine andere Lerngruppe.
„Die
Kinder sind zur Zeit unglaublich motiviert“, berichtet Christine Schacke. „Sie wollen wirklich
lernen. Leider sind wir von unseren personellen Möglichkeiten begrenzt und
müssen manchen absagen, die ebenfalls intensivere Betreuung bräuchten.“ Einer
der Jungen, die Glück gehabt und einen Platz ergattert haben, ist Hammed. Er
liegt der Sozialarbeiterin besonders am Herzen, weil er die größten
Lernprobleme hat. „Ein sehr cleverer Junge, aber mit großem
Aufmerksamkeitsdefizit. Er bräuchte therapeutische Hilfe, doch seine Eltern
sperren sich.“ Für die nächsten Tage hat sie sich einen Besuch bei den Eltern
des Jungen vorgenommen, um sie doch noch zu überzeugen. „Das wird nicht
einfach. Therapie kostet Zeit und auch ein bisschen Geld. Das sieht der Vater
nicht ein.“
Montags
ist das „breakout“-Projekt für Jungen und Mädchen geöffnet. Parallel
dazu läuft wieder die Intensivnachhilfe. Hier bringen sich auch noch weitere
Ehrenamtliche ein. Fernando etwa, Elektrotechniker und Absolvent des Neues
Leben Seminars oder Daniela, Studentin der Erziehungswissenschaften. Abends
gibt es Computerkurse bei Joshua, dem Erzieherpraktikanten des Projekts. Die
langfristigen Kontakte zu den Kindern und Eltern zahlen sich aus und der Ruf
unter den türkischen und arabischen Familien im Kiez ist gut. „Die Noten der
Kinder verbessern sich und sie werden selbstbewusster. Das Vertrauen zu den
Eltern wächst. Und wir als Christen zeigen, dass wir die Menschen respektieren
und achten und für sie da sind.“
Dienstags
gibt es eine feste Mädchengruppe. „Hier ist Platz für ganz viele Fragen. Zum Beispiel auch,
warum die Betreuerinnen an Jesus glauben und was die Unterschiede der
Religionen sind. Jeder darf sich seine eigene Meinung bilden, Respekt wird großgeschrieben.“
Gestern war der Ramadan zu Ende und sie haben das Fasten gebrochen. „Wir haben
eine Geschichte von Jesus gehört, wie er Menschen zum Essen eingeladen hat,“
erzählt Ragda. „Danach haben wir uns geschminkt und schön angezogen.“ Wie die
Gäste beim Festmahl in der Bibel. Das hat Spaß gemacht. „Und bald gehen wir
schwimmen.“
Donnerstags
findet ein buntes Kinderprogramm für die 6 bis 12jährigen statt. Hier hören und
erleben die Kids biblische Geschichten, die grundlegende Werte vermitteln,
sehen Anspiele und haben jede Menge Spaß.
Freitags
ist Zeit für Supervision, Vorbereitungstreffen, Aufräumarbeiten, aber es gibt auch „Nachhilfe“
für Eltern – zum Beispiel für eine Mutter, die ihren Hauptschulabschluss
nachmachen will. „Das ist richtig toll zu sehen“, sagt Christine Schacke. „Sie hat sieben Kinder, ihr Mann ist jetzt
arbeitslos, deshalb will sie sich weiterbilden. Ich berate sie auch im Blick
auf Berufsfindung. Eine andere Palästinenserin hat sich wieder zum Deutschkurs
angemeldet. Das sind echte Erfolgserlebnisse, wenn die Frauen sich so etwas
trauen.“ Abends findet das Nachtcafé statt. Es wird von Christiane Mader und
Dörte Bishop ehrenamtlich gemanagt. Parallel zum laufenden Programm in der
Woche finden Elternbesuche statt, gibt es soziale Beratung und Gremienarbeit.
So ist das christliche Basisprojekt fest im Stadtteil verankert. Allerdings ist
die Haushaltslage der Stadt desolat und es gibt keine öffentlichen Zuschüsse
mehr. Obwohl die Bürgermeisterin das Projekt als „Best-Practice-Beispiel“ lobt.
Viele weitere freiwillige Helfer packen in unterschiedlichen Bereichen zu –
Monika etwa, die einmal pro Woche den Treffpunkt putzt und abwäscht, oder Kai,
der als PC-Spezialist beruflich viel unterwegs ist, und nebenbei das
Computer-Netzwerk im „breakout“ kostenlos wartet. Er gibt außerdem PC-Kurse.
Fürs
nächste Jahr
wünscht sich Christine Schacke noch einen zusätzlichen Mitarbeiter, der sich um
die Jungen kümmert. „Die sind jetzt im
Abenteueralter. Entweder wir machen ihnen vernünftige spannende Angebote, oder
sie holen sich die Abenteuer auf der Straße. Je früher wir das Vertrauen zu den
Kindern aufbauen, desto besser. So kann Integration wirklich gelingen und
Gewalt vermieden werden.“
NEUES LEBEN 12/05
Kirchencafé auf dem Kiez
Im
Berlin-Kreuzberger Café ,,breakout“ können Jugendliche aus schwierigem Umfeld
Hilfe bei den Hausaufgaben bekommen, im Internet surfen und einen Halt im Leben
finden.
Suppe und Salat: 2 Euro
Unübersehbar
leuchtet ein Neonkreuz auf dem Gebäude und der Schriftzug „breakout“ direkt
über dem Café. Hinter dem Schaufenster sitzen Menschen an kleinen eckigen Tischen.
Stelltafeln mit dem Tagesangebot - Kartoffelcremesuppe und Salat für 2 Euro -
weisen den Weg ins Innere des Cafés. Innen ist es heller als in den umliegenden
Cafés. Im Durchgang zu den Kellerräumen stehen zwei PC-Terminals, um diese Zeit
unbenutzt. Vorne im Laden ein Menschenpulk vorwiegend junger Leute. Halb
stehend, halb sitzend unterhalten sie sich angeregt. An einem der hinteren
Tische sitzt ein junger Mann und nippt an seinem Bier.
Freizeit hinterm Tresen
Hinter
dem Tresen stehen Ruth und Christine und machen Cappuccino und Tee. Beide arbeiten ehrenamtlich im Café „breakout“. ,,Es
gibt Abende, da kommt kaum ein Gast und welche, da wissen wir nicht, wo uns der
Kopf steht“, sagt Ruth, von Beruf Sozialarbeiterin. Zweimal im Monat hilft sie
im Café mit. Sie gehört zur Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde nebenan,
genau wie Christiane, die
Krankenschwester. Wir bieten hier Getränke und Speisen billiger an als
woanders, damit sich auch Leute den Besuch leisten können, die sonst nicht
ausgehen würden.“
Angefangen
hat alles vor sieben Jahren mit einem mobilen Beratungscafé für Obdachlose und
Kiezbewohner in einem Kreuzberger Park. ,,Wir wollten mit ein paar Leuten etwas
über die normale Gemeindearbeit hinaus tun und andere Wege gehen, als was sonst
so üblich ist", erinnert sich Christine. Aus dem mobilen Café wurde bald
das ,,Nachtcafé“ im Gemeindefoyer, zu dem vor allem Menschen vom unteren
sozialen Rand kamen. Als 1997 der Juwelier-Laden neben der Gemeinde sein Geschäft
schloss, entschied sich ein Team aus der Gemeinde, die Räume zu mieten und
daraus das Café „breakout“ zu machen.
Internetzeit für Hausaufgaben
,,Jugend ins
Netz“ heißt das Schlüsselprojekt, mit dem die Schackes Spender, Sponsoren und
Verwalter leerer Senatskassen überzeugen konnten, Fördergelder locker zu
machen. Das Projekt, für das Rainer Schacke auch Neues Leben Medien als Träger
mit ins Boot holen konnte, ist ein sozial-kulturelles Angebot für Jugendliche:
Internetcafé, Spielstube, Hausaufgabenhilfe, Kontaktbörse und Sozialberatung in
einem. Ein Kieztreff zweimal die Woche für Kinder und Jugendliche, meist
Migrantenkinder, die sonst auf der Straße hängen.
Kraftraubender Spaß
Warum
kommen die Jugendlichen ins „breakout“? ,,Viele haben nichts zu tun nach der
Schule. Die Eltern kümmern sich nicht richtig, müssen beide arbeiten“, meint Gabrio.
,,Ich glaube, die Kids fühlen sich auch einfach wohl hier. Sie spüren, dass wir
für sie da sind, dass wir ihnen helfen, bei Hausaufgaben zum Beispiel“, fügt
Sandra hinzu. ,,Vielleicht spüren sie auch, dass wir sie mögen“, so Christiane.
,,Sie mögen uns auch! Wir haben zwar manchmal Krach mit ihnen, aber sie kommen
trotzdem wieder. Manche kennen wir schon mehr als zwei Jahre.“
Christine
und Sandra haben mittlerweile auch Kontakt zu den Familien gewonnen. Regelmäßig
besuchen sie die Eltern der Kinder und sind gern gesehene Gäste. Unter zwei
Stunden Tee trinken läuft meistens nichts. Sie helfen bei Behördengängen oder
Briefen vom Sozialamt und vermitteln schon mal, wenn die libanesische mit der
kurdischen Familie Streit hat. Den Müttern geben sie regelmäßig
Deutschunterricht. Das Vertrauen zu den Mitarbeitern von „breakout“ wächst.
,,Wir kommen als ihre Anwälte. Die Eltern sehen, wir sind nicht gegen sie“,
meint Christine. Wie zum Beispiel bei der Jacken-Aktion. Viele Kinder besaßen im
Winter keine warmen Jacken, das Jugendamt reagierte ewig nicht. So spendeten
viele Gemeindeglieder kurzerhand Winterjacken für die Kinder.
Voll auf Gott angewiesen
,,breakout“
- das Konzept scheint aufzugehen. Die Kontakte zu den Menschen im Kiez jenseits
der Gemeindemauern weiten sich aus. Insgesamt zwanzig wechselnde Ehrenamtliche
arbeiten im Projekt mit. Die Gemeinde unterstützt die Arbeit mit Gebeten,
Spenden und vielem mehr. Doch ohne die beiden Hauptamtlichen wäre vor allem die
intensive Kontaktarbeit nicht möglich.
Rainer
Schacke ist dankbar, dass das Projekt bislang auch die schwierigen Zeiten überstanden
hat, vor allem die Engpässe bei Finanzierung und Mitarbeit. Die öffentlichen
Gelder sind zwar bewilligt. Doch muss jedes Jahr der Antrag neu gestellt
werden. ,,Was in zwei Jahren ist, wissen wir nicht. Wir planen immer nur in
Abschnitten. Und beten, dass Gott uns zeigt, wie es weitergehen soll. Wir
mussten neu lernen, dass Gott, wenn er in eine Arbeit ruft, auch derjenige
ist, der einen durch trägt. Er schenkt letztendlich Wachstum und Gedeihen.“
Donnerstagabend.
Die Kinderstunde ist zu Ende. Die Mitarbeiter bringen die Kinder nach Hause, im
Café „breakout“ wird es wieder dunkel. Die Bergmannstrasse bereitet sich ein
weiteres Mal auf das Kommen der Nachtschwärmer vor. Hoch oben über dem Kiez
strahlen die Neonlichter des Kreuzes.
family 1/04
Keinen Krieg, ein bisschen Geld
und ein Auto
Als
Mehmet aus der Türkei nach Berlin kommt, ist er neun Jahre alt. Er kann kein
Wort Deutsch, versteht die Welt nicht mehr. ,,Der Anfang war hart“, erinnert er
sich. Heute, sieben Jahre später, ,,ist es besser geworden“ - auch wenn er in
keiner Kultur richtig zu Hause ist. Mehmet trifft sich regelmäßig mit anderen
jungen Kurden, Türken und Arabern im „breakout“, einem christlichen Jugendtreff
in Berlin-Kreuzberg. ,,Es macht Spaß und wir lernen was“, sagt er. Sanga aus
dem Irak nickt zustimmend: ,,Auch unsere Eltern finden es gut, dass wir hier
sind, weil wir Deutsch lernen.“ Die Werte im „breakout“ sind klar christlich. Akzeptanz und Stärkung der Eigenverantwortlichkeit stehen im Vordergrund. Bevor die Jugendlichen ins Internet können, dürfen sie ihr Deutsch verbessern. Ein Aufgabenblatt pro Freistunde - das Surfen winkt als Belohnung. Erstaunlich: Die meisten finden das gut. ,Ja, wir lernen auf jeden Fall besseres Deutsch“, bestätigt Fatma, 14.
Pünktlich
um halb fünf stürmen die Vier- bis Zehnjährigen das ,,breakout“ - Kinderstunde
ist angesagt. Die Sozialarbeiterinnen und ihre Helfer gehen mit den Kleinen zum
Spielen und Singen auf den Hof. Neulich haben Ragda, Emine und Co. die
Geschichte von Rut aus dem Alten Testament gehört: als Ausländerin in einem
fremden Land. Das konnten sie sehr gut verstehen. Und während sich die
5-jährige Dilek nach bestandenem Rechtschreibtest an den PC schwingt, tönt von
draußen ,,Gott ist die Liebe“ auf türkisch herein. |