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PRESSE

 

 

Auch Computerumgang erfüllt eine pädagogische Aufgabe

 

Mit selbst zusammengeschraubten Rechnern fing alles an. Das Projekt breakout wollte Leuten den Zugang zum Internet ermöglichen, für die ein Computer sonst nicht zur Verfügung steht. Nur durch viel nachbarschaftliches Engagement und die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern gelang es, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. 40 – 50 zumeist türkisch- und arabischstämmige Jugendliche besuchen heute regelmäßig die Einrichtung, um Hausaufgaben zu machen und in Deutschkurse zu besuchen. Auch für die Eltern gibt es Deutschkurse.

Die Jugendarbeit bei breakout ist werteorientiert. Grundwerte wie Akzeptanz und Toleranz, sowie Konfliktfähigkeit und Lernbereitschaft stehen dabei ganz oben auf der Liste. Hat ein Jugendlicher mal Mist gebaut, werden pädagogische Strafen verhängt. Zum Beispiel darf er dann für zwei Wochen den Computer nicht benutzen.

Das Projekt breakout hat Glück. Durch die breite Unterstützung aus der Nachbarschaft und von der Kirche nebenan, bringt es schon eine ideale Vorraussetzung mit.

20 Ehrenamtliche arbeiten derzeit regelmäßig mit.

Henrik Rödl, Kapitän von Alba Berlin, gehört ebenfalls zu den Unterstützern des Projekts. Er hat den Kindern zehn Basketbälle mitgebracht. „Fünf für die vergangenen Jahre und fünf für die zukünftigen.“ Aus der Mannschaft ist er den Umgang mit unterschiedlichen Nationalitäten gewöhnt. „Beim Basketball kommt es nicht darauf an wie einer aussieht oder ob er anders denkt. Da muss der Ball einfach da oben rein.“          

 

Berliner Abendblatt, 14.01.2004

 

 

Computer zum Geburtstag

„Kiezbreakout“ erhält Großspende von Hewlett Packard

 

Insgesamt sechs neue Computerarbeitzsplätze sind es, die seit vergangener Woche ihren Platz in den Räumen des Nachbarschaftszentrums „breakout“ in der Bergmannstraße gefunden haben. Außerdem gab es den dazugehörigen Drucker, Laptop, Scanner und eine Digitalcamera. Alles gespendet von Hewlett Packard. Der Gesamtwert dieses riesigen Packets liegt bei etwa 20.000 Euro.

 

Projekt startete 1998

 

Die Großspende kam pünktlich zum fünften Geburtstag des „breakout“, das 1998 als Anlaufstelle für die Probleme im Bergmannkiez startete. Seitdem ist daraus ein Zentrum mit Aktivitäten entstanden, die von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern gestaltet werden. Mit Sozialsprechstunden, Hilfe bei der Jobsuche, dem Treffpunkt „Nachtcafé“ und nicht zuletzt auch integrativer Kinder- und Jugendarbeit. 40 bis 50 Kinder, gerade aus Migrantenfamilien, nutzen das Angebot zur Schularbeitshilfe, können sich kreativ ausprobieren, lernen Deutsch und Medienkompetenz. Vor allem für letzteres bedeuten neue Computer einen entscheidenen Fortschritt.

Neben diesen konkreten Hilfen ist „breakout“-Leiter Rainer Schacke aber vor allem Eines wichtig: „Wir wollen eine wertorientierte Jugendarbeit vermitteln. Aktzeptanz, Toleranz, Eigenverantwortung, Konfliktfähigkeit und Lernbereitschaft sind die Grundpfeiler.“ Das alles hat auch den Leuten von Hewlett Packard imponiert. „Mit großem Einsatz und mit knappen Mitteln wird hier Bürgerengagement gelebt. Und damit liegt das Ganze auf der Linie unseres Philantrop-Programms, so Petra Sommerfeld, die Beauftragte des Hewlett Packard Charity-Komitees.

 

Ideelle Rückendeckung

 

Auch über diese Spende hinaus ist die Arbeit von „breakout“ für das nächste Jahr gesichert. So zumindest die Aussage des evangelischen Trägervereins, der zusammen mit einer Kirchengemeinde Träger dieser vorbildlichen Einrichtung ist. Außerdem mangelt es auch nicht an ideeller Unterstützung. Denn neben Bürgermeisterin Cornelia Reinauer (PDS) und dem berliner Migrationsbeauftragten Günter Piening macht sich vor allem auch ALBA-Basketballer Henryk Rödel für die dortige Arbeit stark. Dem Basketballer gefällt dabei besonders der wertorientierte Ansatz und das gemeinsame Ziel einer besseren Integration in unserer Gesellschaft. „Das ist hier so ähnlich wie in meinem Sport. Da fragst du auch nicht, woher einer kommt, sondern willst, dass er den Ball in den Korb wirft.“

 

Berliner Woche, 10.12.2003

 

 

Alba-Star half Jugendprojekt

Autogramme von Rödl und PCs für fünf Jahre „breakout

 

So ein Geburtstagsgeschenk hätten viele gern auf dem Gabentisch – für das Kreuzberger Integrationsprojekt „breakout“ erfüllte sich der Wunsch: Die Einrichtung an der Kreuzberger Kulturmeile Bergmannstrasse bekam zum fünften Geburtstag eine PC-Anlage im Wert von 20.000 Euro, gestiftet von der Firma Hewlett-Packard. Die Jugendlichen freuten sich aber auch über Autogramme von Alba-Spieler Henrik Rödl und von Praxis-Bülowbogen-Darsteller Holger Handtke – sie kamen als Überraschungsgäste beim Diakonie-Projekt vorbei. Jetzt können die zumeist türkisch- und arabischstämmige Kinder an neuen Bildschirmen auf der Projekt-Site im Internet surfen: www.cafebreakout.de.        

 

Tagesspiegel, 09.12.2003

 

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Fünf Jahre Jugendprojekt „breakout

 

Das Kreuzberger Jugendprojekt „breakout“ hat jetzt sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. In dem Kinder- und Jugendcafé werden neben Computerworkshops und Internetzugang auch Hausarbeitenhilfe und soziale Beratung angeboten, sagte ein Sprecher. Bis zu 50 hauptsächlich türkisch- und arabischstämige Jugendliche besuchen die diakonische Einrichtung. Die Internet-Nutzer müssen sich ihre Freistunden am PC duch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Auch für die Eltern wird Deutschunterricht angeboten. Aktionstage und Ferienprogramme ergänzen das Projekt von „breakout“. Zwei Sozialarbeiter-innen und ein ehrenamtlicher Diakon betreuen das Projekt.

Durch die Spende eines Computerherstellers kann „breakout“ mit einem neunen Computernetzwerk im Wert von 20 000 Euro arbeiten. Die Firma Hewlett Parkard lobte das Projekt als „sehr gutes Beispiel für integrative Basisarbeit unter türkischen und arabischen Jugendlichen“.                                                                                               

 

Berliner Morgenpost, 08.12.2003    

 

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Kreuzberger Jugendprojekt wird fünf

 

Das Kreuzberger Jugendprojekt „breakout“ hat am Donnerstag sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. In dem Kinder- und Jugendcafé werden neben Computerworkshops und Internetzugang auch Hausarbeitenhilfen und soziale Beratung angeboten, sagte ein Sprecher. Bis zu 50 hauptsächlich türkisch- und arabischstämmige Jugendliche besuchen die diakonische Einrichtung. Die Internet-Nutzer müssen sich ihre Freistunden am PC durch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Auch für die Eltern wird Deutschunterricht angeboten. Regelmäßige Aktionstage und Ferienprogramme ergänzen das Konzept von „breakout“. Zwei Sozialarbeiterinnen und ein ehrenamtlicher Diakon betreuen das Projekt. Zu dem Angebot gehört auch ein Nachtcafé. Durch die Spende eines großen Computerherstellers kann „breakout“ mit einem neuen Computernetzwerk im Wert von

20.000 Euro arbeiten. Die Firma Hewlett Packard lobte das Projekt als „sehr gutes Beispiel für integrative Basisarbeit unter türkischen und arabischen Jugendlichen“. Begonnen hatten die ehrenamtlichen Helfer vor fünf Jahren mit Alt-Computern. Auch Alba-Basketballer Henrik Rödl und Schauspieler Holger Handtke unterstützt das Kinder- und Jugendcafé.

 

Sat.1-ONLINE, 04.12.2003

                                                                                 

 

Firmen sponsern Jugendprojekt

 

Das Jugendprojekt breakout an der Bergmannstrasse begeht dieser Tage sein fünfjähriges Bestehen. In dem Projekt arbeiten zwei Sozialarbeiterinnen, die aus Mitteln des Landes, des Arbeitsamtes sowie aus Spenden mehrerer Firmen bezahlt werden, mit türkischen und arabischen Jugendlichen. Sie lernen dort Deutsch und den Umgang mit Medien, erhalten Hilfe bei den Schularbeiten. Unterstützt wird das Projekt auch von Ehrenamtlichen sowie von einem evangelischem Förderverein. Die Firma Hewlett-Packard spendiert zum Fünfjährigem PC-Technik im Wert von 20 000 Euro.

 

Berliner Zeitung, 29./30.11.2003

 

 

Basketlballer unterstützt Jugendliche

Patenschaftsprojekt unserer Redaktion als Förderprojekt unserer Redaktion als Förderprojekt von Hewlett-Packard ausgewählt

 

Der mehrfache Deutsche Meister und Europameister im Baskettball, Heinrik Rödl (Foto) und der Berliner Schauspieler Holger Handtke machen sich stark für eine gute Sache. Gemeinsam mit Lesern unserer Zeitschrift unterstützen sie das Patenschaftsprojekt „breakout“ der NEUES LEBEN-Redaktion in Berlin-Kreuzberg. Holger Handtke begrüßt das breakout als „ein klares Zeichen für das Mit- und Füreinander in unserer Gesellschaft, entgegen allen anderen Tendenzen. Es wäre wunderbar, wenn es unendlich viele solcher Projekte geben würde, in denen Nächstenliebe konkret wird.“ Nach Einschätzung von Hendrik Rödl vermittelt die einrichtung Werte, die in unserer Gesellschaft längst nicht mehr selbstverständlich seien: „Annahme, Eigenverantwortung, Toleranz und Respekt vor dem Andersdenkenden“. In dem Jugendcafé werden neben Computerworshops und Internet-Nutzung auch Hausarbeitenhilfe und soziale Beratung angeboten. Dreimal in der Woche findet ein Programm für Kinder aus sozial-schwachen Migrantenfamilien statt. Für deren Eltern werden Deutschkurse durchgeführt. Auch die jugendlichen Nutzer des Internet-Cafés müssen sich ihre Freistunden am PC durch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Regelmäßige Aktionstage und Ferienprogramme ergänzen das Konzept. Während viele soziale Projekte in Berlin von der Schließung bedroht sind, hat der Computer-Hersteller Hewlett-Packard den Kreuzberger Stadtteiltreff vor kurzem als Förderprojekt ausgewählt und mit einem neuen PC-Netzwerk im Wert von 20.000 Euro ausgestattet. Nach Angaben des Trägers „ist damit der Fortbestand der Arbeit unter den hauptsächlich türkischen und arabischen Jugendlichen auch in diesem Jahr gewährleistet“.

 

NEUES LEBEN 10/03

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 Basketball-Nationalkapitän und Computerfirma fördern Jugendprojekt

Christliches Jugendcafé in Berlin-Kreuzberg gibt jungen Türken eine Chance

 

Während viele soziale Projekte in Berlin von der Schließung bedroht sind, ist dem christlicher Jugendprojekt „breakout“ jetzt unerwarteter Segen zuteilgeworden. Der Computer-Hersteller Hewlett-Packard hat den Kreuzberger Stadtteiltreff als Förderprojekt ausgewählt und mit einem Computernetzwerk im Wert von 20.000 Euro ausgestattet. Wie die zuständige Sozialarbeiterin Christine Schacke mitteilte, sei damit der Fortbestand der Arbeit unter den hauptsächlich türkischen und arabischen Jugendlichen weiter gewährleistet. In dem Jugendcafé werden neben Computerschulung und Internet-Nutzung auch Hausarbeitenhilfe und soziale Beratung angeboten. Dreimal in der Woche findet zudem ein Programm für Kinder statt, die in der Regel aus sozial schwachen Ausländerfamilien kommen. Für deren Eltern werden außerdem Deutschkurse durchgeführt. Die jugendlichen Nutzer des Internet-Cafés müssen sich nach Angaben des Trägers ihre Freistunden am Computer durch kurze Deutschlektionen „verdienen“. Zu den prominenten Unterstützern des Projekts zählt der Kapitäin der Basketball-Nationalmanschaft und des deutschen Meisters Alba Berlin, Henrik Rödl. Nach seiner Einschätzung vermittelt die Einrichtung Werte, die längst nicht mehr selbstverständlich seien: Annahme, Eigenverantwortung, Toleranz und Respekt vor dem Andersdenkenden. Auch der Fernsehschauspieler Holger Handtke (Praxis Bülowbogen, Tatort) steht hinter der Arbeit: „Es wäre wunderbar, wenn es unendlich viele solcher Projekte geben würde, in denen Nächstenliebe konkret wird.“ Träger des Jugendprojektes ist der gemeinnützige Verein Neues Leben Medien.

 

Idea, 28.08.2003

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INTERVIEW

Die Kinder rennen uns die Bude ein

Sozialarbeiterin Tanja Manthey erlebt großen Andrang im Patenschaftsprojekt der NEUES LEBEN-Leser

 

Tanja Manthey ist Sozialarbeiterin im Café „breakout“, dem Patenschaftsprojekt der NEUES LEBEN-Leser in Berlin. Im Gespräch über ihre Arbeit, christliche Werte und interkulturelle Familienfehden wird klar: Nicht nur die Kinder des Multikulti-Viertels Kreuzberg brauchen das sozialdiakonische Café mehr denn je.   

 

Neues Leben: Frau Manthey, wie kann man sich den Beginn eines Tags im Kinder- und Jugendcafé „breakout“ vorstellen?

 

Manthey: Für die Kids beginnt die „breakout“-Woche montags nach der Schule. Dann findet ab 15 Uhr eine Hausaufgabenbetreuung mit drei ehrenamtlichen Helfern statt. Meist warten die arabisch- und türkischstämmigen Kinder aber schon einige Zeit vorher mit ihrem Rucksack und den Schulsachen vor der Tür. So wie letztens: Da waren viele schon eine Stunde früher da, klopften immer wieder an die Scheibe und riefen: „Wir wollen rein!“ Die Abmachung lautet aber, dass wir pünktlich öffnen. Für uns Mitarbeiter war es herzzerreißend zu sehen, wie die Jungs und Mädchen versucht haben, uns zu bezirzen, z. B. durch gesungene Lieder, die wir ihnen beigebracht haben. Man merkt einfach, der Bezug zu uns ist groß. Wir kommen kaum hinterher, das alles abzudecken.

 

Neues Leben: Welche Angebote gibt es denn?

 

Manthey: Neben der Hausaufgabenbetreuung und unseren PC-Angeboten gibt es auch eine Mädchengruppe. Da reden wir viel mit den Teenies über ihre Probleme, spielen und singen Lieder. Außerdem haben wir noch eine Gruppe mit Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren.
Auch da ist der Laden so voll wie noch nie. Das Problem ist nur, dass ich dort momentan mit einer Praktikantin alleine bin, und das ist auf Dauer kaum durchführbar. Gerne würde ich mehr Programm anbieten, zum Beispiel nach dem Vorbild von „Metro Ministries“, einer sehr nachbarschaftsbezogenen Arbeit mit Kindern. Genial wären da natürlich engagierte Mitarbeiter, die schon einmal diese Arbeitsweise erlebt haben, und die ihr Herz für Kindern mit muslimischem Hintergrund ausdrücken möchten.

 

Neues Leben: Können Sie ein Beispiel geben, wir Sie in der Arbeit christliche Werte transparent machen?

 

Manthey: Vor einiger Zeit waren eine türkische und eine direkt benachbarte arabischstämmige Familie miteinander verfeindet. Ihre Kinder kamen im Café zusammen, durften aber von zu Hause aus nicht miteinander spielen. Die Eltern sprachen nicht mehr miteinander. Christine Schacke, die jetzt gerade in der Erziehungszeit ist, hat dann vermittelt und in Gesprächen bei beiden Familien das Thema Vergebung angesprochen. Sie hat es geschafft, dass die Kinder wieder zusammen spielen durften. Und wenig später grüßten sich auch wieder die Familien und tauschten zu Festtagen Speisen aus. Ich finde es bemerkenswert, dass hier eine deutsche Sozialarbeiterin und Christin zwischen Familien mit Migrationshintergrund vermitteln konnte.

 

Neues Leben: Ein aktuelles Stichwort ist ja Integration. Wie funktioniert diese im „breakout“?

 

Manthey: Für mich funktioniert Integration im „breakout“ deshalb, weil wir eine christliche Einrichtung sind, und das auch klar nach außen kommunizieren. Die arabisch- wie türkischstämmigen und halbdeutschen Kinder kommen trotzdem. Es ist sogar schon passiert, dass Kinder aus dem Nachhilfeunterricht einer Koranschule in unsere Betreuung gewechselt haben, weil die Kinder sich bei uns wohler fühlten und die Stunden der deutschen Unterrichtsform angepasster sind. Mich überwältigt dieses Vertrauen seitens der Eltern. Mit ihnen sind wir auch regelmäßig im Gespräch und besuchen sie. Wir sitzen dann zusammen, trinken soviel Kaffee, dass wir nachts nicht mehr schlafen können und essen sehr, sehr süße Dattelbrötchen.

 

Neues Leben: Sind also die Kinder ein wichtiges Bindeglied zu den anderen Generationen?

 

Manthey: Viel Kontakt passiert über die Kinder. Aber wir rufen auch die Eltern an und sagen, dass wir vorbeikommen. Das hört sich an, als ob wir uns selbst einladen würden, aber die Familien sind dafür sehr dankbar. Sie freuen sich riesig, wenn Deutsche sie besuchen, weil sie sonst dieses Interesse nicht erleben. Integration kann daher manchmal so einfach sein: Man muss dafür nicht nur groß politisch denken, sondern einfach die Menschen aufsuchen, dort wo sie leben. Das tun wir eben in Berlin-Kreuzberg. Aber jeder könnte das. 

 

NEUES LEBEN, 12/07

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REPORTAGEN

 

Kindern lebendige Hoffnung schenken

Das Patenschafts-Projekt der NEUES LEBEN-LESER in Berlin-Kreuzberg

 

Mittwoch, 16.00 Uhr, Berlin-Kreuzberg. In der Bergmannstraße, Kreuzbergs Multikulti-Meile, pulst das bunte Leben. Einige Jungen orientalischer Herkunft spielen auf dem Gehweg vor der Kirche. Beim türkischen Gemüsehändler nebenan kaufen Hausfrauen, Studenten und andere Kiez-Bewohner Tomaten, Bananen oder leckeren Schafskäse. Im christlichen Stadtteiltreff „breakout“ sitzt Ranja aus der 6b am Fenster und büffelt Englisch. Gar nicht so leicht für eine Araberin, die sich erst mal in Deutschland zurechtfinden muss. Die kleine Amani kämpft derweil mit dem Computer und schimpft. Sie will am Bildschirm ein Haus konstruieren und andere schöne Dinge entwerfen. Aber das Spielgeld auf dem Computerkonto reicht nicht aus. „Weißt du wie ich mehr Geld auf mein Konto kriege?“, fragt sie in die Runde. Ragda, elfjährige Palästinenserin, hilft weiter: „Strg und C drücken, dann musst du „rose bud“ eingeben.“ Das Spiel-Konto füllt sich wieder, Amani freut sich. Um sich gleich darauf wieder aufzuregen. „Voll Sch...! Wie komme ich denn jetzt ins Haus rein?“

„Aller Anfang ist schwer“, sagt die leitende Sozialarbeiterin Christine Schacke, die an diesem Tag zehn Mädchen gleichzeitig bei den Schularbeiten und am Computer im Blick hat. Unterstützt wird sie von Verena, einer MAE-Kraft. Nebenan in den Räumen der Kirche lernen derweil weitere Kinder und Jugendliche auf zwei Etagen in der „breakout“-Intensivnachhilfe. Arnold, zweiter Sozialarbeiter im Projekt und ebenfalls eine Ein-Euro-Fünfzig-Kraft, macht mit arabischen Mädchen Hausaufgaben. Im Aufenthaltsraum unten kümmert sich Elke, pensionierte Lehrerin, die früher an einer evangelischen Schule unterrichtet hat, um eine andere Lerngruppe.

„Die Kinder sind zur Zeit unglaublich motiviert“, berichtet Christine Schacke. „Sie wollen wirklich lernen. Leider sind wir von unseren personellen Möglichkeiten begrenzt und müssen manchen absagen, die ebenfalls intensivere Betreuung bräuchten.“ Einer der Jungen, die Glück gehabt und einen Platz ergattert haben, ist Hammed. Er liegt der Sozialarbeiterin besonders am Herzen, weil er die größten Lernprobleme hat. „Ein sehr cleverer Junge, aber mit großem Aufmerksamkeitsdefizit. Er bräuchte therapeutische Hilfe, doch seine Eltern sperren sich.“ Für die nächsten Tage hat sie sich einen Besuch bei den Eltern des Jungen vorgenommen, um sie doch noch zu überzeugen. „Das wird nicht einfach. Therapie kostet Zeit und auch ein bisschen Geld. Das sieht der Vater nicht ein.“

Montags ist das „breakout“-Projekt für Jungen und Mädchen geöffnet. Parallel dazu läuft wieder die Intensivnachhilfe. Hier bringen sich auch noch weitere Ehrenamtliche ein. Fernando etwa, Elektrotechniker und Absolvent des Neues Leben Seminars oder Daniela, Studentin der Erziehungswissenschaften. Abends gibt es Computerkurse bei Joshua, dem Erzieherpraktikanten des Projekts. Die langfristigen Kontakte zu den Kindern und Eltern zahlen sich aus und der Ruf unter den türkischen und arabischen Familien im Kiez ist gut. „Die Noten der Kinder verbessern sich und sie werden selbstbewusster. Das Vertrauen zu den Eltern wächst. Und wir als Christen zeigen, dass wir die Menschen respektieren und achten und für sie da sind.“

Dienstags gibt es eine feste Mädchengruppe. „Hier ist Platz für ganz viele Fragen. Zum Beispiel auch, warum die Betreuerinnen an Jesus glauben und was die Unterschiede der Religionen sind. Jeder darf sich seine eigene Meinung bilden, Respekt wird großgeschrieben.“ Gestern war der Ramadan zu Ende und sie haben das Fasten gebrochen. „Wir haben eine Geschichte von Jesus gehört, wie er Menschen zum Essen eingeladen hat,“ erzählt Ragda. „Danach haben wir uns geschminkt und schön angezogen.“ Wie die Gäste beim Festmahl in der Bibel. Das hat Spaß gemacht. „Und bald gehen wir schwimmen.“

Donnerstags findet ein buntes Kinderprogramm für die 6 bis 12jährigen statt. Hier hören und erleben die Kids biblische Geschichten, die grundlegende Werte vermitteln, sehen Anspiele und haben jede Menge Spaß.

Freitags ist Zeit für Supervision, Vorbereitungstreffen, Aufräumarbeiten, aber es gibt auch „Nachhilfe“ für Eltern – zum Beispiel für eine Mutter, die ihren Hauptschulabschluss nachmachen will. „Das ist richtig toll zu sehen“, sagt Christine Schacke.  „Sie hat sieben Kinder, ihr Mann ist jetzt arbeitslos, deshalb will sie sich weiterbilden. Ich berate sie auch im Blick auf Berufsfindung. Eine andere Palästinenserin hat sich wieder zum Deutschkurs angemeldet. Das sind echte Erfolgserlebnisse, wenn die Frauen sich so etwas trauen.“ Abends findet das Nachtcafé statt. Es wird von Christiane Mader und Dörte Bishop ehrenamtlich gemanagt. Parallel zum laufenden Programm in der Woche finden Elternbesuche statt, gibt es soziale Beratung und Gremienarbeit. So ist das christliche Basisprojekt fest im Stadtteil verankert. Allerdings ist die Haushaltslage der Stadt desolat und es gibt keine öffentlichen Zuschüsse mehr. Obwohl die Bürgermeisterin das Projekt als „Best-Practice-Beispiel“ lobt. Viele weitere freiwillige Helfer packen in unterschiedlichen Bereichen zu – Monika etwa, die einmal pro Woche den Treffpunkt putzt und abwäscht, oder Kai, der als PC-Spezialist beruflich viel unterwegs ist, und nebenbei das Computer-Netzwerk im „breakout“ kostenlos wartet. Er gibt außerdem PC-Kurse.

Fürs nächste Jahr wünscht sich Christine Schacke noch einen zusätzlichen Mitarbeiter, der sich um die Jungen kümmert.  „Die sind jetzt im Abenteueralter. Entweder wir machen ihnen vernünftige spannende Angebote, oder sie holen sich die Abenteuer auf der Straße. Je früher wir das Vertrauen zu den Kindern aufbauen, desto besser. So kann Integration wirklich gelingen und Gewalt vermieden werden.“

 

NEUES LEBEN 12/05

 


Kirchencafé auf dem Kiez

Im Berlin-Kreuzberger Café ,,breakout“ können Jugendliche aus schwierigem Umfeld Hilfe bei den Hausaufgaben bekommen, im Internet surfen und einen Halt im Leben finden.

 

Suppe und Salat: 2 Euro

Unübersehbar leuchtet ein Neonkreuz auf dem Gebäude und der Schriftzug „break­out“ direkt über dem Café. Hinter dem Schaufenster sitzen Menschen an kleinen eckigen Tischen. Stelltafeln mit dem Tagesangebot - Kartoffelcremesuppe und Salat für 2 Euro - weisen den Weg ins Innere des Cafés. Innen ist es heller als in den umliegenden Cafés. Im Durchgang zu den Kellerräumen stehen zwei PC-Terminals, um diese Zeit unbenutzt. Vorne im Laden ein Menschenpulk vorwiegend junger Leute. Halb stehend, halb sitzend unterhalten sie sich angeregt. An einem der hinteren Tische sitzt ein junger Mann und nippt an seinem Bier.

 

Freizeit hinterm Tresen

Hinter dem Tresen stehen Ruth und Christine und machen Cappuccino und Tee. Beide  arbeiten ehrenamtlich im Café „breakout“. ,,Es gibt Abende, da kommt kaum ein Gast und welche, da wissen wir nicht, wo uns der Kopf steht“, sagt Ruth, von Beruf Sozialarbeiterin. Zweimal im Monat hilft sie im Café mit. Sie gehört zur Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde nebenan, genau  wie Christiane, die Krankenschwester. Wir bieten hier Getränke und Speisen billiger an als woanders, damit sich auch Leute den Besuch leisten können, die sonst nicht ausgehen würden.“

Angefangen hat alles vor sieben Jahren mit einem mobilen Beratungscafé für Obdachlose und Kiezbewohner in einem Kreuzberger Park. ,,Wir wollten mit ein paar Leuten etwas über die normale Gemeindearbeit hinaus tun und andere Wege gehen, als was sonst so üblich ist", erinnert sich Christine. Aus dem mobilen Café wurde bald das ,,Nachtcafé“ im Gemeindefoyer, zu dem vor allem Menschen vom unteren sozialen Rand kamen. Als 1997 der Juwelier-Laden neben der Gemeinde sein Geschäft schloss, entschied sich ein Team aus der Gemeinde, die Räume zu mieten und daraus das Café „breakout“ zu machen.

 

Internetzeit für Hausaufgaben

,,Jugend ins Netz“ heißt das Schlüsselprojekt, mit dem die Schackes Spender, Sponsoren und Verwalter leerer Senatskassen überzeugen konnten, Fördergelder locker zu machen. Das Projekt, für das Rainer Schacke auch Neues Leben Medien als Träger mit ins Boot holen konnte, ist ein sozial-kulturelles Angebot für Jugendliche: Internetcafé, Spielstube, Hausaufgabenhilfe, Kontaktbörse und Sozialberatung in einem. Ein Kieztreff zweimal die Woche für Kin­der und Jugendliche, meist Migrantenkinder, die sonst auf der Straße hängen.

 

Kraftraubender Spaß

Warum kommen die Jugendlichen ins „breakout“? ,,Viele haben nichts zu tun nach der Schule. Die Eltern kümmern sich nicht richtig, müssen beide arbeiten“, meint Gabrio. ,,Ich glaube, die Kids fühlen sich auch einfach wohl hier. Sie spüren, dass wir für sie da sind, dass wir ihnen helfen, bei Hausaufgaben zum Beispiel“, fügt Sandra hinzu. ,,Vielleicht spüren sie auch, dass wir sie mögen“, so Christiane. ,,Sie mögen uns auch! Wir haben zwar manchmal Krach mit ihnen, aber sie kommen trotzdem wieder. Manche kennen wir schon mehr als zwei Jahre.“

Christine und Sandra haben mittlerweile auch Kontakt zu den Familien gewonnen. Regelmäßig besuchen sie die Eltern der Kinder und sind gern gesehene Gäste. Unter zwei Stunden Tee trinken läuft meistens nichts. Sie helfen bei Behördengängen oder Briefen vom Sozialamt und vermitteln schon mal, wenn die libanesische mit der kurdischen Familie Streit hat. Den Müttern geben sie regelmäßig Deutschunterricht. Das Vertrauen zu den Mitarbeitern von „breakout“ wächst. ,,Wir kommen als ihre Anwälte. Die Eltern sehen, wir sind nicht gegen sie“, meint Christine. Wie zum Beispiel bei der Jacken-Aktion. Viele Kinder besaßen im Winter keine warmen Jacken, das Jugendamt reagierte ewig nicht. So spendeten viele Gemeindeglieder kurzerhand Winterjacken für die Kinder.

 

Voll auf Gott angewiesen

,,breakout“ - das Konzept scheint aufzugehen. Die Kontakte zu den Menschen im Kiez jenseits der Gemeindemauern weiten sich aus. Insgesamt zwanzig wechselnde Ehrenamtliche arbeiten im Projekt mit. Die Gemeinde unterstützt die Arbeit mit Gebeten, Spenden und vielem mehr. Doch ohne die beiden Hauptamtlichen wäre vor allem die intensive Kontaktarbeit nicht möglich.

Rainer Schacke ist dankbar, dass das Pro­jekt bislang auch die schwierigen Zeiten überstanden hat, vor allem die Engpässe bei Finanzierung und Mitarbeit. Die öffentlichen Gelder sind zwar bewilligt. Doch muss jedes Jahr der Antrag neu gestellt werden. ,,Was in zwei Jahren ist, wissen wir nicht. Wir planen immer nur in Abschnitten. Und beten, dass Gott uns zeigt, wie es weitergehen soll. Wir mussten neu lernen, dass Gott, wenn er in eine Ar­beit ruft, auch derjenige ist, der einen durch trägt. Er schenkt letztendlich Wachstum und Gedeihen.“

Donnerstagabend. Die Kinderstunde ist zu Ende. Die Mitarbeiter bringen die Kinder nach Hause, im Café „breakout“ wird es wieder dunkel. Die Bergmannstrasse bereitet sich ein weiteres Mal auf das Kommen der Nachtschwärmer vor. Hoch oben über dem Kiez strahlen die Neonlichter des Kreuzes.

 

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Keinen Krieg, ein bisschen Geld und ein Auto

 

Als Mehmet aus der Türkei nach Berlin kommt, ist er neun Jahre alt. Er kann kein Wort Deutsch, versteht die Welt nicht mehr. ,,Der Anfang war hart“, erinnert er sich. Heute, sieben Jahre später, ,,ist es besser geworden“ - auch wenn er in keiner Kultur richtig zu Hause ist. Mehmet trifft sich regelmäßig mit anderen jungen Kurden, Türken und Arabern im „breakout“, einem christlichen Jugend­treff in Berlin-Kreuzberg. ,,Es macht Spaß und wir lernen was“, sagt er. Sanga aus dem Irak nickt zustimmend: ,,Auch unsere Eltern finden es gut, dass wir hier sind, weil wir Deutsch lernen.“

Die Werte im „breakout“ sind klar christlich. Akzeptanz und Stärkung der Eigenverantwortlichkeit stehen im Vordergrund. Bevor die Jugendlichen ins Internet können,  dürfen sie ihr Deutsch verbessern. Ein Aufgabenblatt pro Freistunde - das Surfen winkt als Belohnung. Erstaunlich: Die meisten finden das gut. ,Ja, wir lernen auf  jeden Fall besseres Deutsch“, bestätigt Fatma, 14.

 

Pünktlich um halb fünf stürmen die Vier- bis Zehnjährigen das ,,breakout“ - Kinderstunde ist angesagt. Die Sozialarbeiterinnen und ihre Helfer gehen mit den Kleinen zum Spielen und Singen auf den Hof. Neulich haben Ragda, Emine und Co. die Geschichte von Rut aus dem Alten Testament gehört: als Ausländerin in einem fremden Land. Das konnten sie sehr gut verstehen. Und während sich die 5-jährige Dilek nach bestandenem Rechtschreibtest an den PC schwingt, tönt von draußen ,,Gott ist die Liebe“ auf türkisch herein.